19.01.2016

Holz ist Trumpf!

Pellet-Brennwerttechnik perfektioniert Energiekonzept für barrierefreies Holzhaus


Die badische Gemeinde Steinen in der Nähe von Lörrach liegt genau im Dreiländereck: Nur wenige Kilometer sind es jeweils südlich in die Schweiz oder westlich nach Frankreich. Hier baute sich der gelernte Zimmermann und Techniker im Hochbau Hannes Göttl in den Jahren 2012/13 ein Einfamilienhaus, bei dem neben Barrierefreiheit vor allem Nachhaltigkeit und Einklang mit der Umgebung im Fokus lagen. So entstand ein gut gedämmtes Eigenheim in Holzständerbauweise. Dabei achtete Göttl darauf, neben dem Baustoff Holz auch für die Dämmung, die Dachkonstruktion oder die Außenanlagen hauptsächlich regionale Materialien zu nutzen. Um das Gesamtkonzept aus energetischer Verantwortung und Nutzung örtlicher Ressourcen auch in puncto Heiztechnik abzurunden, entschied sich der Bauherr für eine moderne Pelletbrennwertheizung in Kombination mit Solarthermie als Wärmeerzeuger.


"Ich hatte schon immer einen engen Bezug zum Rohstoff Holz", erklärt der gelernte Zimmermann und hauptberufliche Bauplaner Göttl. "Und mir liegt viel an der herrlichen Landschaft, in der ich lebe und aufgewachsen bin. Deshalb war es für mich klar, dass mein Haus hauptsächlich aus Holz bestehen soll." Auch bei den restlichen Werkstoffen für das barrierefreie Einfamilienhaus mit 220 m² Wohnfläche achtete Göttl darauf, nach Möglichkeit Produkte aus der lokalen Herstellung zu verwenden, welche zudem im Einklang mit der Natur stehen. Denn generell liegen dem Bauherren Energieeffizienz und Umweltschutz am Herzen. So erhielten etwa seine Wände aus Weißtanne eine 20 cm starke Innendämmung zwischen den Holzständern sowie 6 cm Außendämmung aus Holzfasern, um die Wärmeverluste zu minimieren. Der Gesamtdurchmesser der Außenwand inkl. Dämmung beträgt nun 38 cm. "Von diesem Konzept einer energieeffizienten Holzkonstruktion ausgehend, war es für mich logisch und konsequent, auch mit Holz zu heizen", so der Bauherr, der gleichzeitig federführender Planer des Anwesens war.

  
Der gelernte Zimmermann und Hochbau-Techniker Hannes Göttl setzt in seinem 2013 erbautem Einfamilienhaus im badischen Stein auf eine nachhaltige und heimische Energieversorgung durch einen intelligenten Mix aus Solarthermie und Holzpellets.

"Ich hatte schon immer einen engen Bezug zum Rohstoff Holz. Vom Konzept einer energieeffizienten Holzkonstruktion ausgehend, war es für mich logisch und konsequent, auch mit Holz zu heizen",
Hannes Göttl, Bauherr und Zimmermann

"Holz ist ein natürlicher Rohstoff, der bei uns in Deutschland auf nachhaltige Weise erzeugt wird. Bei der Verbrennung wird kein umweltschädliches CO2 freigesetzt, weshalb man von klimaneutralem Heizen sprechen kann", erklärt er. In der Entscheidungsphase, welches Holzheizsystem zum Einsatz kommen sollte, schied eine Scheitholzheizung für Herrn Göttl aus. Da er seit einem Motorradunfall 1993 auf einen Rollstuhl angewiesen ist, sind Heizungen zur Handbefüllung für ihn nicht praktikabel. "Das regelmäßige Nachfüllen der Holzscheite in die Brennkammer wäre in meiner Situation einfach nicht sinnvoll durchzuführen gewesen", so Herr Göttl. Also fiel die Wahl auf eine vollautomatische Pelletheizung, welche bedarfsgerecht über ein Vakuumsaugsystem die Pellets vom Gewebetank in die Brennkammer führt.

Auch die Anlieferung des Brennstoffs erfolgt sehr unkompliziert: Ähnlich wie beim Heizöl werden die Pellets mit einem Tankschlauch aus dem Pellettankwagen in das Brennstofflager eingeblasen.
Die Regelung der Heizung funktioniert ganz einfach über Touchscreen, wobei die Pelletheizung in ein onlinegestütztes BUS-System eingebunden ist. "So kann ich zum Beispiel am letzten Urlaubstag aus der Ferne die Heizung ansteuern und habe es bereits wohlig warm im Hause, wenn ich heimkehre. Es ist für mich eine optimale und sehr komfortable Art, regenerative Wärme zu nutzen", freut sich Göttl.

Grundsätzlich bewertet Göttl die in seinem Haus eingesetzte Pelletheiztechnik als eine in jeglicher Hinsicht überzeugende Lösung. "So wird zum einen der Brennstoff aus Sägeresten der örtlichen Holzwerke hergestellt und verbrennt klimaneutral. Zum anderen überzeugt mich der hohe Bedienkomfort einer modernen Pelletheizung – speziell für mich als Rollstuhlfahrer absolut ideal. Mit dieser technischen Ausstattung kann ich ein Holzheizsystem mit dem gleichen Komfort wie etwa bei einer Ölheizung nutzen".
Zudem war es ein großer Pluspunkt, dass die Pelletheizung Pellematic Smart dank des integrierten 600-Liter-Pufferspeichers um eine solarthermische Anlage erweitert werden konnte, welche vier Dachpaneele mit einer Fläche von knapp 10 m² umfasst. Dadurch lassen sich bei schönem Wetter 65° C Wassertemperatur erzeugen, ohne dass sich der Heizkessel überhaupt einschaltet. Die Brennstoffersparnis dadurch ist beachtlich. "Wir konnten die zugegebenermaßen recht warmen Heizperioden 2013/14 sowie 2014/15 mit einer einzigen Pelletfüllung bestreiten", freut sich der Hausherr.

Die gesamte Heizanlage mit Ausnahme der vier Solarpaneele auf dem Dach befindet sich in einem L-förmigen Haustechnikraum im Erdgeschoss. Dort sind der Pelletkessel inklusive integriertem 600 Liter-Pufferspeicher vom Typ ÖkoFEN Pellematic Smart und ein ÖkoFEN Flexilo Gewebesilo für den Brennstoff sowie das Frischwassermodul installiert. Dabei benötigt der Gewebetank aufgrund seines Platzbedarfs von 3,5 m² nur eine Aufstellfläche von 2,20 x 1,60 Metern und kann bis 3,1 Tonnen Pellets lagern. Aufgrund der geringen Aufstellflächen sowohl für den Pelletkessel mit integriertem Pufferspeicher wie auch den Gewebetank blieb im Keller somit noch genügend Raum übrig, damit der Hausherr problemlos mit dem Rollstuhl rangieren kann.
Die Wahl des Fabrikats fiel auf den renommierten Hersteller ÖkoFEN, nachdem sich Bauherr Göttl auf mehreren Messen sowie online informiert und verschiedene Vorschläge eingeholt hatte:

"Als die grundsätzliche Entscheidung pro Pelletheizung gefallen war und ich mich auf dem Markt umgesehen habe, hat mir dieser Hersteller nicht nur am schnellsten geantwortet, sondern auch mit der Kombination aus Pellet-Brennwerttechnik und Solar die innovativste und schlüssigste Lösung sehr zeitnah vorgelegt. Das hat bei mir viel Vertrauen geschaffen."
Das Herzstück der Pellematic Smart mit 8 kW Wärmeleistung bildet ein fortschrittliches Pelletbrennwertmodul, welches die im Verbrennungsabgas enthaltene latente Wärme zusätzlich nutzen kann. Damit ist eine Brennstoff- und Heizkostenersparnis von weiteren 15 % gegenüber marktüblichen und bereits sehr effizienten Pelletheizungen möglich. Ein Brennwertsystem aus Pellets und Solar wie die Pellematic Smart eignet sich ideal für ein Niedrigenergiehaus wie bei Familie Göttl, in welchem durch gute Dämmung und effiziente Wärmeverteilung niedrige Rücklauftemperaturen von um die 35° C möglich sind. Damit können Wirkungsgrade bis zu 106 % erreicht werden. Die Wärmeverteilung erfolgt im Hause Göttl über eine in allen Räumen verlegte Fußbodenheizung.
Der integrierte Schichtspeicher für Warmwasserbereitstellung und Heizbetrieb umfasst 600 Liter und garantiert ein hocheffizientes Arbeiten der Pellet-und-Solar-Kombination. Gleichzeitig sind auch die Staubemissionswerte sehr niedrig. Bauherr Göttl bestätigt: "Unser Schornsteinfeger ist von den Werten ebenfalls begeistert. Wir werden mit diesem Heizsystem auch alle absehbaren künftigen Verschärfungen von Feinstaubgrenzwerten leicht bestehen."

Leicht gestaltete sich auch der Einbau der Anlage durch den Fachhandwerker, denn die gesamte Heizungshydraulik ist genauso wie die einzelnen Komponenten bereits in dem mit 1,5 m² Aufstellfläche äußerst kompakten Gerät enthalten und voreingestellt. So konnten Einbringung und Inbetriebnahme schnell und sicher bewältigt werden.
Auch nach zwei Jahren des Heizens mit Sonne und Pellets sind die Göttls mit ihrer Entscheidung hochzufrieden: "Wir haben einen sehr geringen Brennstoffverbrauch, minimale Emissionen und einen nachhaltigen Energieträger. Zudem eine Heizanlage, die für mich als Rollstuhlfahrer komfortabel über die bequemen Fernsteuerungsoptionen einer modernen Smart-Home-Technologie zu bedienen ist. Sehr erfreulich sind auch die geringen Ascherückstände nach der Pelletverbrennung, sodass wir den Aschebehälter nur selten leeren müssen. Ich würde mich jederzeit wieder für diese Heiztechnik entscheiden", freut sich der Hausherr.