05.08.2014

Fit für die Zukunft

Pelletheizung verwandelt 60er-Jahre-Haus in Energieeffizienzhaus


Das Haus, das Familie Moog 2010 im "60er-Jahre-Original-Zustand" erwarb, war alles andere als modern: Technik, Fenster, Böden und Bäder waren über 40 Jahre alt. Nun erstrahlt es in neuem "Bauhaus"-Glanz. Kaum zu glauben wie Architekt Thomas Velten das Gebäude von 1967 in ein neues Wohnzeitalter versetzt hat. Er realisierte eine Sanierung, die sowohl optisch als auch energetisch beispielhaften Charakter hat.

Der Anspruch der Moogs an eine klassisch-moderne Optik – in Anlehnung an den Bauhaus-Stil – konnte dabei ebenso erfüllt werden wie deren Ziele in punkto Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit. "Damit die Umbaukosten nicht explodieren, haben wir die architektonischen Eingriffe im Innenraum des Hauses auf das absolut Notwendige reduziert. Wir haben das Haus in seinen Rohbauzustand zurückversetzt und im Erdgeschoss und im Untergeschoss nur minimal in die Gebäudesubstanz eingegriffen.

  
Das ursprünglich aus den 60er Jahren stammende Einfamilienhaus der Familie Moog in Sinzheim glänzt nach der Sanierung im klassisch-modernen Bauhaus-Stil.

Der größte bauliche Eingriff beschränkte sich auf das alte Dachgeschoss des Hauses, welches weder ausgebaut war noch "Standhöhe" hatte. Wir haben es komplett zurückgebaut und durch einen neuen voll gedämmten Holz-Kubus ersetzt. Die rechte Gebäudeseite wurde somit aufgestockt und durch neue Fensteröffnungen gegliedert." Nach Veltens Entwurf entstanden zwei miteinander verbundene, flach gedeckte, kubische Baukörper, die dem 60er-Jahre-Haus heute seinen modernen Charakter verleihen.

"Nach einem Jahr mit unserer Pelletheizung bin ich immer noch begeistert von dem Klima und dem Komfort, den dieses Heizsystem bietet." Eberhardt Moog, Bauherr

"Bei einer optisch und ökologisch gelungenen Sanierung geht es nicht nur darum, ein Haus in eine isolierende Hülle zu packen. Der Stand der Technik geht heute viel weiter als die Energieeinspar-Verordnung", berichtet der Architekt und zeigt, wie die Energiebilanz des Altbaus durch ein ganzheitliches Konzept optimiert werden kann. Die alte Gebäudehülle bildete dabei nur den ersten Schwerpunkt. "Das Haus soll so wenig Energie wie möglich verbrauchen. Wenn dieser Zustand erreicht ist, entscheidet man sich für eine geeignete Gebäudetechnik", erläutert Velten seine Vorgehensweise. Neben einem Wärmedämmverbundsystem mit einem 14 cm starken Systemputz realisieren neue 3-fach verglaste Holz-Aluminium-Fenster und eine Dämmung der Kellerdecke sein erstes Ziel. Für den zweiten Schwerpunkt – die optimale Gebäudetechnik – ließ der Architekt "Zahlen sprechen". In einer umfangreichen Analyse stellte er die Einsparpotentiale für den Primär- und Endenergiebedarf sowie für die CO2-Emissionen und die Brennstoff- und Erstellungskosten für verschiedene Wärmeerzeugungssysteme gegenüber.

Die Ergebnisse aus Veltens Analyse machten deutlich, dass die Wärmeerzeugung mit Pellets das 40 Jahre alte Haus sogar in ein modernes Energieeffizienzhaus 55 verwandeln konnte. So ergab sich ein weiterer großer Vorteil für die Bauherren: die staatliche Förderung für KfW Effizienzhäuser 55.
Die Bauherren interessierten sich zunächst für eine Wärmepumpe oder eine Beheizung mit Gas. "Grundsätzlich wäre auch die 20 Jahre alte Ölheizung noch funktionsfähig gewesen", erklärt Velten, "doch die Familie Moog suchte nach einer modernen, zuverlässigen und komfortablen Zentralheizung, die sich sowohl energetisch als auch wirtschaftlich – mindestens für die nächsten 10 Jahre – rechnet." Die bestehende Ölheizung hätte die derzeit gültigen Anforderungen der Energieeinspar-Verordnung nur erfüllt, wenn sie mit einer Solaranlage aufgerüstet worden wäre – was, trotz staatlicher Förderung, für die Moogs nicht rentabel war. Auch eine Kombination von Gas mit Solar blieb aus betriebswirtschaftlicher Sicht in punkto "Rentabilität" hinter den Pellets. Die Pelletheizung avancierte so, auch ohne Kombination mit einer Solaranlage, zum Spitzenreiter in punkto "niedrigster Primärenergiebedarf". Auch ihre CO2-Emissionen und die Brennstoffkosten lagen in Veltens Berechnung unter den Werten für Öl und Gas.

Trotz dieser eindeutigen Datenlage waren die Bauherren den Pellets gegenüber zunächst noch skeptisch. Ihre Bedenken konzentrierten sich zum einen auf das Handling der anfallenden Asche und zum anderen auf den Aufwand des Pellets-Tankens. Doch das Team von Thomas Velten konnte diese Bedenken zerstreuen: "Wir waren sehr froh, als wir bei unseren Recherchen nach einem geeigneten Heizkessel beim Pelletheizungsspezialisten ÖkoFEN genau das fanden, was wir suchten: Einen Pelletheizkessel mit automatischer Ascheaustragung, bei dem die Asche nur ein- bis zweimal pro Jahr entleert werden muss.
Für die Pelletlagerung fanden wir bei ÖkoFEN einen Gewebetank mit ca. 5 Tonnen Füllvolumen, der bei dem Pelletbedarf der Moogs nur einmal im Jahr befüllt werden muss. Ein optimaler Bedienkomfort war damit garantiert und die letzten Bedenken der Bauherren ausgeräumt."

Auch die Tatsache, dass heutzutage die Tankbefüllung mit Pellets keinen Vergleich mit der Betankung fossiler Brennstoffe zu scheuen braucht, hat die Moogs in ihrer Entscheidung bestärkt. "Dank eines engmaschigen Hersteller- und Vertriebsnetzwerkes werden die kleinen Holzpresslinge in Deutschland ganz bequem im Tanklaster auf kurzen Wegen vom Hersteller zum Haushalt transportiert. Über einen Schlauch werden die Pellets dann – vom Ablauf vergleichbar mit einer Heizöllieferung – in das Lager eingeblasen. Dabei stellen auch entlegene und verwinkelte Heizungskeller dank der flexiblen Schlauchsysteme kein Problem mehr dar", erläutert Beate Schmidt von der ÖkoFEN-Geschäftsführung.

Das komplette neue Heizsystem der Moogs konnte platzsparend in einem nur 12 m2 großen Kellerraum untergebracht werden. Umbaumaßnahmen waren dazu nicht erforderlich. Die moderne Heizanlage besteht neben dem Heizkessel von ÖkoFEN, Typ Pellematic mit 12 kW Heizleistung inkl. Aschebox, inklusive Regelungs- und Steuerungsanlage und einem Pellaqua Warmwasserspeicher (800 Liter), auch aus dem Flexilo Gewebetank zur Lagerung der Holzpellets. Die Pellets werden dabei mit einer Vakuumsauganlage automatisch aus dem Gewebetank abgesaugt und in den Tagesbehälter gepumpt. "Wir können sogar die Uhrzeit für diesen Vorgang frei wählen", freut sich der Bauherr über sein persönliches "Rundum-Sorglos-Pellets-Paket" aus dem Hause ÖkoFEN.