16.06.2016

Energieeffizientes Loft-Living

Pelletheizung für ehemaliges Industriegebäude


Mit der Umwandlung der historischen Konkordia Druckerei in moderne Loftwohnungen wurde ein Stück Stadtidentität im badischen Bühl zu neuem Leben erweckt: Mit besonderem Augenmerk auf Energieeffizienz und Nachhaltigkeit realisierte das zuständige Architekturbüro Planum auf der ehemaligen innerstädtischen Gewerbefläche moderne Loftwohnungen im KfW55-Standard sowie einen Neubau im KfW70-Standard.


Das beschauliche Bühl zählt zu den badischen Städten, die sich viel Charme aus der Vergangenheit bewahrt haben. So blieb auch bei der Umwandlung der 130 Jahre alten Konkordia Druckerei im Bühler Stadtkern ein Stück Stadtgeschichte erhalten. Im Erdgeschoss der ehemaligen Druckerei sowie im ersten Obergeschoss, der damaligen Buchbinderei, entstanden jeweils fünf Loftwohnungen mit Wohnflächen zwischen 90 und 150 m². Im zweiten Obergeschoss wurde ein komplettes Geschoss ergänzt, wodurch weitere fünf Appartements realisiert werden konnten.

  
  
Beim Umbau der traditionsreichen Druckerei mitten in Bühl in energieeffizienten Wohnraum blieb ein Stück Stadtgeschichte erhalten. Als Teil des nachhaltigen Baukonzepts entschieden sich die Architekten bei der Heiz- und Warmwasserlösung für eine Pelletheizung. Zusätzlich wurde auf dem Areal ein Neubau im KfW70-Standard errichtet.

"Neben dem ökologischen Aspekt des regenerativen Brennstoffs bietet eine Pelletheizung günstige Betriebskosten",
Thomas Velten, Architekt und zertifizierter Passivhausplaner

Die Sachlichkeit und der robuste Charme der Industriearchitektur blieben in den Innenräumen dabei überwiegend erhalten. Die großzügigen, fast stützenfreien Flächen erlaubten eine individuelle Innenraumgestaltung. Offene Räume ließen sich ebenso verwirklichen wie großzügige Wohnungen mit mehreren Zimmern. Darüber hinaus sind die sogenannten "Konkordia Lofts" nicht nur architektonisch ein Highlight, sondern erreichen auch KfW55-Standard, was langfristig für niedrige Energie- und Nebenkosten sorgt. Der jährliche Heizenergiebedarf der Lofts liegt inklusive Warmwasser bei 35 kWh/m², der Primärenergiebedarf bei 22 kWh/m².
Zusätzlich wurde auf dem Konkordia Areal ein viergeschossiger Neubau – das "Konkordia Wohnen" – im KfW70-Standard mit einer Gesamtwohnfläche von rund 1.200 m² errichtet, der sich in seiner Form am Vorbild des sanierten Druckereigebäudes orientiert. Hier beträgt der jährliche Heizenergiebedarf inklusive Warmwasser 44 kWh/m², der Primärenergiebedarf 25 kWh/m². Im Sinne des nachhaltigen Gesamtkonzepts des Konkordia Areals kommt in beiden Wohngebäuden eine kontrollierte Wohnraumlüftung und für die Fußbodenheizung eine regenerative Pelletheizung zum Einsatz.

"Eine Pelletzentralheizung fügt sich ideal in das energetische Konzept der Konkordia Lofts und der Konkordia Wohnen ein", so Thomas Velten und Michael Schönle, Architekten und zertifizierte Passivhausplaner des verantwortlichen Architekturbüros Planum aus Baden-Baden, das selbst Räumlichkeiten der ehemaligen Konkordia Druckerei nutzt. "Neben dem ökologischen Aspekt des regenerativen Brennstoffs bietet sie günstige Betriebskosten", erläutert Velten. "Bei der Auswahl der Pelletheizkessel und Lagersilos haben wir uns für ÖkoFEN entschieden, da wir bei anderen Bauvorhaben bereits sehr gute Erfahrungen mit diesem Hersteller gemacht hatten."

Die Gesamtwohnfläche der Konkordia Lofts von über 2.700 m² wird nun von einer ÖkoFEN Pellematic Maxi PES56 mit 56 kW Leistung beheizt und mit Warmwasser versorgt. Für die Pelletlagerung wurden zwei platzsparende ÖkoFEN Flexilo Compact Gewebetanks mit einem Füllvolumen von je sieben Tonnen und einem Platzbedarf von lediglich circa 5 x 3 m verbaut. Im angrenzenden Neubau der Konkordia Wohnen kommt eine ÖkoFEN Pellematic Maxi PES36 mit 36 kW Leistung sowie ein Gewebetank mit ebenfalls sieben Tonnen Füllvolumen zum Einsatz. Beide Heizsysteme verfügen über eine Regelung via bedienungsfreundlichem Touch-Modul, welches darüber hinaus auch die komfortable Online-Fernbetreuung via PC, Tablet und Smartphone ermöglicht. Ein intelligentes Wiegesystem misst zudem den Pelletverbrauch und meldet immer rechtzeitig, wann Brennstoff nachgefüllt werden muss. Eine Komfort-Aschebox sorgt für automatische Ascheaustragung und staubfreie Entsorgung der anfallenden Asche.

In puncto Brennstoff-Fördersystem entschieden sich die Architekten für ein Vakuumsaugsystem, da dies eine besonders flexible Anordnung von Heizkessel und Gewebetank ermöglicht, wodurch der jeweilig vorhandene Raum optimal genutzt werden konnte. Die Pelletanlieferung erfolgt komfortabel via Tankwagen durch einen regionalen Lieferanten und gleicht im Ablauf einer Heizölanlieferung: Über einen Schlauch werden die Holzpellets durch die vorgesehenen Befüllstutzen in der Außenwand direkt in die Pellettanks eingeblasen. "Bei den Konkordia Lofts lagen die Kosten für die neue Pelletanlage inklusive Pufferspeicher, Silo und Montage bei circa 30.000 Euro, im Neubau Konkordia Wohnen bei circa 25.000 Euro", erläutert Architekt Velten.

"Unsere Erfahrungswerte mit den beiden Pelletheizungen in den Konkordia-Gebäuden sind sehr gut", so Velten. "Die Systeme sind äußerst zuverlässig, bieten einen hohen Bedienkomfort sowie sparsamen Verbrauch. Pro Jahr liegt der Brennstoffbedarf je Loft mit circa 115 m² Wohnfläche bei 1.625 kg Pellets, dies entspricht Kosten von durchschnittlich 374 Euro im Jahr. Im Neubau liegt der durchschnittliche Verbrauch pro Wohnung bei 1.730 kg Pellets und circa 400 Euro Heizkosten." So vereinen sich in der Sanierung der traditionsreichen Konkordia Druckerei architektonische Raffinesse mit ökologischer Nachhaltigkeit und kalkulierbaren, günstigen Energiekosten.